Blog des Büro für Zukunftsfragen über Bürgerschaftliches Engagment, Sozialkapital und Nachhaltige Entwicklung.

Warum halten Gesellschaften wider besseres Wissen an ihren Sicht- und Verhaltensweisen fest?
Meinhard Miegels Denkwerk Zukunft ist meines Erachtens einer der spannendsten think tanks, der sich mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen beschäftigt. Und das nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern international.
Mit unglaublicher Präzision werden dort die eigentlichen Kernfragen unserer Gesellschaft herausgearbeitet. Sozusagen 'Nachhaltige Entwicklung für Fortgeschrittene.'
Vor kurzem traf sich ein neu gegründeter Denkkreis zum Thema Bewusstseinswandel.
Warum halten Gesellschaften wider besseres Wissen an ihren Sicht- und Verhaltensweisen fest? Und wie können diese verändert werden?

Heute habe ich die Zukunft gesehen! :-)
Ohne Schmäh: Heute habe ich die Zukunft gesehen. In meinem Postfach lag - ohne Kommentar - das Dorf-Leitbild von Wilen, einer kleinen schweizerischen Gemeinde bei Wil, also ziemlich genau in der Mitte zwischen Bregenz und Zürich.
Gemeinde-Leitbilder gibt es ja viele, aber dieses ist etwas ganz besonderes. Auf Initiative des Gemeinderates haben Schülerinnen und Schüler mittels wertschätzender Befragung (Appreciative Inquiry, für die Insider) die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes interviewt und im Rahmen von Workshops die Ergebnisse zu einem Wertekatalog sowie einem Leitbild verdichtet. Insgesamt lief der Prozess über zwei Jahre.

Neueste Daten des 3. Freiwilligensurveys in Deutschland wurden präsentiert
Seit 1999 werden in Deutschland alle 5 Jahre im Rahmen des Freiwilligensurveys die Engagementquote und die Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement untersucht. Vor kurzem wurden die ersten Ergebnisse der 3. Erhebungswelle präsentiert.
Die Ergebnisse zeigen einerseits eine konstante Engagementquote, andererseits eine höheres Engagementpotenzial. In Zahlen ausgedrückt engagieren sich in Deutschland rund 36% der Bevölkerung freiwillig. In etwa nochmal so viele (37%) sind dazu bereit sich zu engagieren, hier konnte im Vergleichszeitraum ein Anstieg um 11% beobachtet werden. Es herrscht also ein stark verbessertes Engagementklima, dies ist insbesondere durch eine breit getragene Engagementpolitik zu erklären.

Social Media Revolution
Interessantes Video über die Auswirkungen von Social Media auf die Wirtschaft und insbesondere die Art und Weise wie und worüber wir miteinander kommunizieren.
Bedenklich der Satz: "In the near future we will no longer search for products and services, they will find us via social media."

Ethik der Ernährung
Landesveterinär Erik Schmid hat mich gestern auf diesen Artikel in der Süddeutschen aufmerksam gemacht, der sehr eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen unserer Ernährung und Nachhaltiger Entwicklung beschreibt. Sehr gut geschrieben, ein Anstoss zum Nachdenken und eine gute Unterlage zum Weitergeben:
www.sueddeutsche.de/leben/264/499540/text/

Der Mädchen-Effekt!
www.facebook.com/video/video.php
Kennt ihr schon den Girl-Effect? Das Video dazu ist wirklich phantastisch...

Wo bleibt die politische Bildung? Über das Verhältnis von Jugend und Politik bei Jugendlichen zwischen 16 und 18!
Eine neue Studie (Perlot/Zandonella: Wählen mit 16 – Jugendliche und Politik in Österreich, 2009) in der SWS-Rundschau, die das Wahlverhalten und die Einstellung von 16-18jährigen Jugendlichen zur Politik untersuchte, bestätigt einerseits bisher bekannte Annahmen und bringt andererseits auch neue Perspektiven in die Diskussion des Verhältnisses von Jugend und Politik ein.

Bericht über Hohenemser BürgerInnen-Rat
Ein toller Bericht über den Hohenemser BürgerInnen-Rat: https://www.kommunalnet.at/default.aspx?menuonr=0&detailonr=57593

Weisses Haus präsentiert Open Government - Richtlinie
Als wichtiger Bestandteil von Präsident Barack Obamas neuer Regierungspolitik wird heute Abend um 17.00 Uhr (MEZ) die neue 'Open Government'-Richtlinie des Weissen Hauses präsentiert.

1. Hohenemser BürgerInnen-Rat
Wie können wir Hohenems attraktiv machen? Wie können wir die Bevölkerung und Politiker näher zusammenbringen? Wie können wir Verantwortung für Hohenems übernehmen und Vertrauen in die Politik und uns gewinnen?Aus 120 nach dem Zufallsprinzip gewählten Bürgern stellten sich neun Hohenemser in einem eineinhalbtägigen Prozess diese Fragen.

Von den Think-Tanks zu den Do-Tanks
Do-Tanks nennt Peter Spiegel, der große Visionär des Social Business, solche Einrichtungen, die junge Menschen dazu ermuntern und befähigen sollen sozial-unternehmerisch tätig zu werden. Mit viel innovativer Experimentierlust sollen sie vor allem eines verfolgen: über das Tun lernen. In der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin können StudentInnen dieses Prinzip anwenden. Eine ganze Reihe solcher Projekte im Zusammenhang mit Social business wurden am 19.11.2009 im Zukunftszentrum in Innsbruck vorgestellt. Und zwar theoretisch und praktisch.

"Wir erzeugen Herausforderungen, auf die wir lange noch keine Antworten haben."
Leben wir in einer risikoreichen Gesellschaft? Was sind die heutigen Risiken, den wir begegnen müssen?
Risiko als Begriff in der Gesellschaftstheorie betrifft potentielle Zustände, die auf Basis unserer Entscheidungen entstehen können. Ulrich Beck führt bei den NZZ-Standpunkten in einem Videointerview sehr anschaulich das Überleben in der Risikogesellschaft aus.
Wie gelingt es uns die Widerstandsfähigkeit gegenüber gesellschaftlichen Risiken zu eröhen und wie können wir zukünftige Entwicklungen in unserem jetzigen Handeln antizipieren?
Das Video findet sich unter: http://www.nzz.ch/hintergrund/standpunkte/sendungen_1.2166738.html?video...

Jeder will älter werden, kein will älter sein. Was bedeutet der demografische Wandel?
Jeder will älter werden, kein will älter sein. Was bedeutet der demografische Wandel?
Bericht von einer Tagung.
Was ist demnächst? Was ist schon heute? Was heute nicht ist, wird in den nächsten 30 Jahren nichts… Wie gehen wir mit sozialer Segregation um? Benachteiligungen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen; Gesellschaftliche Entwicklungen bergen immenses Konfliktpotenzial – Wer zahlt für wen? Was tun die jungen Alten? Verteilungsfrage! Viele unbeantwortete Fragen.
Was heute diskutiert wird, ist Fakt. Wanderung, Fertilität, Lebenserwartung – diese 3 Faktoren sind die entscheidenden Aspekte, die die demografische Entwicklung bedingen

Bürgerrat à la Island
Nun setzt auch Island auf Bürgerräte: Wie 'Die Zeit' berichtet, haben sich kürzlich in Rejkjavik 1200 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger getroffen, um darüber zu reden, wie das Land die Krise am besten bewältigen kann.
Unter anderem hat sich auch Björk zur Verfügung gestellt, um für die Veranstaltung zu werben.
Interessantes Detail: Island hat etwas weniger Einwohner als Vorarlberg, 320.000.
Hier gibt's den ganzen Artikel zum Runterladen: www.zeit.de/2009/48/WOS-Island

Video zur Sonderschau "gemeinsam engagiert"
Das Video zur Sonderschau "gemeinsam engagiert" von Hannes Wiederin. Es dokumentiert sehr schön die Organisation und die vielen kleinen notwendigen Schritte bis zur endgültigen Realisierung.

Plastikmüll
Umwelt ist ja eigentlich schon lange kein Thema mehr, das die Öffentlichkeit sonderlich zu interessieren scheint. Trotzdem möchte ich euch dieses Video empfehlen, auf das ich gerade gestoßen bin. Katastrophenberichterstattung ist zwar nicht mein Ding, aber das sollte man doch gesehen haben:
Ein beeindruckender Kurzfilm über Albatross-Jungvögel, die an Plastikmüll elend zugrunde gegangen sind, und das auf einer kleinen, abgelegenen Insel im Nordpazifik, weit abseits jeder Zivilisation.
Was mich besonders trifft: Da sind wir wirklich alle dran beteiligt. Mit etwas mehr Energieeffizienz lässt sich da das schlechte Gewissen nicht beruhigen.

Beteiligung in Vorarlberg: Herausforderungen und Lösungen
Beteiligung bedeutet die Einbindung unterschiedlicher Gruppen der Öffentlichkeit – entweder organisiert oder als Einzelpersonen – in politische Entscheidungsfindungsprozesse. Dies kann in höchst unterschiedlichem Maße passieren – abhängig von unzähligen Faktoren: möchte ich Kinder- und Jugendliche einbinden, ältere Personen, einen Querschnitt, gibt es ein vorgegebenes Thema oder soll es nur darum gehen sich ein Gespür für die Themen und Anliegen innerhalb der Bevölkerung zu verschaffen. Ist es ein singuläres Ereignis oder ein langfristiger Prozess? Viele Fragen rundum die Organisation und Abwicklung eines Beteiligungsprozesses.

Was heißt hier Integration?

Neue Studie über die Förderung von Öffentlicher Beteiligung
Die NCDD (National Coalition for Dialogue & Deliberation), eine einschlägige US-NGO, empfiehlt wärmstens die neueste Studie der Harvard-Professoren Archong Fung und Elena Fagotto, die sich der Frage gewidmet haben, wie man öffentliche Beteiligung nachhaltig fördern kann.
Sie vertreten die Meinung, dass vor allem drei Maßnahmen zielführend wären:
- Gewählte PolitikerInnen sollten öffentliche Beteiligung unterstützen und die dabei erzielten Resultate auch tatsächlich berücksichtigen
- Öffentliche bzw. zivilgesellschaftliche Organisationen sollten die Bevölkerung in Beteiligungsprozessen mit Fachwissen und finanziellen Mitteln unterstützen
