Kindheit und Gesellschaft

Heute VM war ich beim Symposium "Kindheit und Gesellschaft". Bei der heurigen Ausgabe der vom Verein "Welt der Kinder" organisierten Veranstaltungsreihe, war das Thema "Freiheit? Gleichwürdigung. Partizipation!" (Mensch beachte auch die Punktion...)

Es wurden hoch spannende Erfahrungsberichte von Praxisbeispielen aus den unterschiedlichsten Kontexten vorgestellt. Beispielsweise in der Arbeit mit Kindern in Afrika. Entscheidend ist aber die globale Sichtweise, die sich in allen Beiträgen der ReferentInnen widerspiegelte.

Hier nur einige interessante Erkenntnisse und wichtige Schlüsse, die ich heute aus der Veranstaltung mitgenommen habe bzw. in diesem Zusammenhang betonen möchte:

  • Koppelung von Lernräumen und -erfahrungen mit der lebensweltlichen Realität; im Englischen wesentlich besser ausgedrückt als "bringing knowledge to reality"
  • Wie kann ein so "kopflastiges" Prinzip wie Nachhaltigkeit überhaupt funktionieren - egal ob bei Kindern oder Erwachsenen, wenn es zu wenig Möglichkeiten gibt dies erfahr- und erlebbar zu machen - ein tolles Beispiel dazu aus England: http://www.naturesbase.co.uk/
  • Gyles Morris/GB von eben zitiertem Projekt stellte eine wichtiges dreistuftiges "Lernmodell" für Nachhaltige Entwicklung vor:
  1. In einem ersten Schritt geht es darum ein wirkliches Bewusstsein für die Problematik zu schaffen - das Problem muss erlebbar und möglichst konkret sein;
  2. Der zweite Schritt bedeutet das (vorurteilsfreie) Sammeln von unterschiedlichem Wissen; das Verstehen (in einem soziologischen Sinne) des Problems macht überhaupt erst handlungsfähig
  3. Der Schritt bedeutet aus den gewonnen Erkenntnissen und einer gewissen emotionalen Betroffenheit heraus konkrete Entscheidungen abzuleiten und umzusetzen
  • Entscheidend für Partizipation oder Engagement generell ist der Zugang - das bedeutet nicht nur eine Offenheit gegenüber Interessierten, sondern auch eine Grundhaltung die einen offenen Prozess und ein Lernen zulässt.
  • Partizipation kann auch ein Prozess der "Inwertsetzung" (valuation) bedeuten; es geht darum bestimmten Dingen wieder einen Wert geben, sich überhaupt darüber auszutauschen welche Faktoren wichtig und gut sind und welche weniger. Dies ist insbesondere in Zusammenhang mit der Sozialisation und den damit verbundenen Gewohnheiten ein zentraler Punkt, der zu einer andauernden "Metareflexion" und Inwertsetzung führen sollte.

Es zeigt sich hier für mich sehr klar, dass Partizipation als Lernprozess nicht nur individuelle Lernerfahrungen bedeutet, sondern auch ein gesellschaftlicher Diskurs ist - der angesichts der vielfältigen Herausforderungen dringend geführt werden muss.

Welche Bedeutung in diesem Zusammenhang die wahrgenommen Krise (welche immer auch gemeint ist) hat, wurde nur gestreift. Aus meiner Ansicht kann die "Krise" zu Veränderung gefühlter Wertigkeiten führen. Der beste Ausgangspunkt für eine breite Diskussion über die Zukunftsfähigkeit und Resilienz unserer Gesellschaft!

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